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Einbau einer elektrischen Spritpumpe
Hier wird beschrieben, wie man die Elektrik modifizieren muß, um eine elektrische Spritpumpe mit Sicherheitsabschaltung nachzurüsten.
Einbauort
Die Platzierung der Spritpumpe ist im Kapitel Tank beschrieben. Hier sind auch die von mir verwendeten Bauteile, die dem üblichen Qualitätsstandard der KFZ Industrie entsprechen, aufgelistet. Warscheinlich werden viele die Nase rümpfen und der Meinung sein, daß man sich mit dieser Nachrüstung eher Probleme einhandelt. Denen soll aber gesagt sein, daß seit ca. 1986 praktisch nur noch Autos mit so versorgter Kraftstoffanlage im Einsatz sind. Die Zuverlässigkeit heutiger Fahrzeuge spricht eine deutliche Sprache, trotz immer schlechter werdender Qualität. So hat mir zum Beispiel ein bekannter Mechaniker in einer Werkstatt eines deutschen KFZ Herstellers ausdrücklich davon abgeraten, diese Produkte zu kaufen!!! Wenn das nichts bedeutet?
Zurück zum Thema: die Abschaltung sollte man am Besten im Innenraum beim Armaturenbrett befestigen. Warum? Bei einem möglichen Defekt hört man sofort nach Einschalten der Zündung, ob das Relais anzieht und wieder abfällt, der Fehler also in der Mechanik (Pumpe oder Kabel) zu suchen ist. Bei entsprechend günstiger Platzierung kann man so mit einem Handgriff das Relais tauschen, was aber vermutlich nie der Fall sein wird. Spätestens hier werden die meisten Leute Kompromisse eingehen, die sie aber bei den fertigen Produkten immer bemägeln, um möglichst schnell mit der Arbeit fertig zu werden! Also gut nachdenken! Ich empfehle eine komplette elektrische Einheit in vorderen Bereich der Mittelkonsole zu platzieren. Hier hat man eine gute Erreichbarkeit im Servicefall und ist auch nicht zu weit von allen elektrischen Anschlüssen entfernt. Außerdem kann man bei guter Gestaltung hier auch ein paar Zusatzinstrumente (Ölthermometer, Lambda-Monitor?) einbauen, um nicht Löcher in dem Armaturenbrett anbringen zu müssen.
Anschluß der Kontakte
Am Armaturenbrett bekommt man auch alle Signale, die man benötigt. Hier kann man auch die elektrischen Anschlüsse der Sicherheitsabschaltung mit Ringösen direkt an den vorhandenen Schraubkontakten des Drehzahlmessers am Kombiinstrument anklemmen und muß kein Kabel verletzen. Diese Lösung wurde mir vom Service der Firma Pierburg auch als beste Alternative bestätigt. Damit erleichtert man auch die "Rückbaubarkeit" in den Originalzustand, was den Wert des Wagens erhöht. Der "Minus-Anschluß" des Unterbrechers, der in unserem Fall in der Transistorzündung zu suchen ist, kann vom Drehzahlmesser abgenommen werden. Beim murena ist das das Signal "15", im Bild grün beschriftet. Klemme 10 ist beim murena der "+" Anschluß vom Zündschalter. Siehe dazu auch die Ausschnitte des Schaltplanes. Hier werden deutsche KFZ-Elektriker Probleme bekommen, denn normalerweise werden die Anschlüsse der Zündspule folgendermaßen benannt:
Funktion | Klemmen Nr. nach DIN 72 552 | beim murena |
Batterie"+", Zündschalter | 15 | 10 |
Unterbrecher/Zündgerät | 1 | 15 |
Sekundäranschluß | 4 | - |
Die Beschriftung der Zündspule entspricht der Norm!
Dieses "Durcheinander" kommt daher, da die Zündung beim murena genauso wie bei kontaktgesteuerten Zündungen beschalten ist (siehe Bild rechts). Normalerweise werden die Zündspulen bei einer Transitorzündung primärseitig direkt an Masse gelegt und die Unterbrechungsschaltung gleich hinter dem Zündschalter, also praktisch in die Klemme 15 eingeschleift. Allerdings hat Simca schon Mitte der 70'er Fahrzeuge mit dieser Transistorzündung ausgestattet und wollte seine Mechaniker nicht verwirren. Dies war schon ca. 20 Jahre bevor viele andere Hersteller die Vorteile dieser Unterbrechungstechnik in die Serienfahrzeuge einführten (wir befinden uns heute in der gleichen Situation, was elektrische Servolenkung und Bremskraftunterstützung angeht, was wir teilweise schon mal bei Fiat und Ferrari finden).
Die Leitung zur Benzinpumpe muß extra eingebaut werden. Man kann beispielsweise einen zusätzlichen Kabelbaum (im Schutzrohr!) am Bowdenzug und Signalschalter der Kaltstarteinrichtung entlang verlegen. Dann muß man kein Loch in den Rahmen bohren, was leider manchen Leuten sehr leicht fällt! Die Rippen im Boden der Fahrgastzelle ermöglichen eine sehr unauffällige Platzierung der Kabel, auch der Weg von der Schaltkonsole zum Motorraum ist relativ kurz und gut erreichbar. Eine weitere Lösung ist die Benutzung des Kabels der Heckscheibenheizung, die man bei einem Sommerfahrzeug sowieso nicht braucht. Die Abwärme des Auspuffkrümmers heizt den Kofferraum so schnell auf, daß bei kühlem Wetter die Heckscheibe innerhalb von 5 min. wieder frei wird! Die eleganteste Lösung bei einer Totalrestauration ist ein neuer Kabelbaum mit Zusatzleitungen.

Schaltplan der Abschaltelektronik im murena Armaturenbrett. Die Anschlüsse der Pierburg Abschaltung sind gelb gezeichnet.
Zur Entkopplung der Instrumente und Elektronik gegenüber der Boardelektrik wird noch ein reichlich groß bemessener Lade-Elko (über dem Drehzahlmesser eingezeichnet) an den Schraubklemmen des Drehzahlmessers angebracht, um Spannungsschwankungen, gerade beim Startvorgang auszugleichen. Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen in einem KFZ muß auch hier kein "Basteleklo", sondern ein hochwertiger Typ mit erweitertem Temperaturbereich (bis 105°C) verwendet werden.
Test der Schaltung
Ohne Zündanlage ist der Test dieser Schaltung schwierig, da auch mit Entstörkondensator am "Unterbrecherkontakt" ca. 50...300V Induktionsspannung anliegen. Diese Spannung ist zur sicheren Ansteurung des Drehzahlmessers und der Abschaltelektronik nötig. Ich habe mir eine kleine 1-Transistor Zündanlage gebaut, die per Frequenzgenerator angesteuert wurde und mit einer Siebdrossel induktive Peaks von 200V erzeugte. Somit konnte die korrekte Verdrahtung des Drehzahlmessers und der Abschaltung nachgewiesen werden (siehe Bild oben).
Startrelais
Nun schaltet die Abschaltelektronik erst die Benzinpumpe ein, wenn der Motor die ersten Umdrehungen mit dem Elektrostarter macht. Ist die Schwimmerkammer aber komplett leer, muß man auch erst "orgeln". Bei Einspritzanlagen ist dazu eine Schaltung im Steuergerät integriert, die die Spritpumpe nach dem Einschalten der Zündung erst mal zum Aufbau des Systemdruckes ein paar Sekunden startet. Dieses ist auch beim Vergaser sinnvoll, damit der Motor schnell starten kann, vor allem wenn im Sommer das Benzin aus dem leider nicht hermetisch dichten Vergaser verdunstet ist.
Diese Startrelaisschaltung wird parallel zur Abschaltelektronik der Benzinpumpe eingebaut, da sie ja nur kurzzeitig aktiviert wird. Sie regiert nur nach dem Einschalten der Zündung, bei einem Motorabsteller nach einem Unfall geht also die Pumpe zuverlässig aus. Die Schaltung ist ganz einfach und kann auf einer kleinen Platine aufgebaut werden. Zusammen mit einem KFZ Relais kostet das nur ein paar Euro.
Funktionsbeschreibung
Wird die Zündung eingeschaltet, ist der Elko C1 leer. Dadurch fließt solange ein Strom, bis der Elko voll ist. In diesem Zeitraum fällt eine Spannung über R1 ab und der Transistor T1 schaltet solange durch. R1 dient dazu, daß der Ladestrom über C1 nicht zu groß, R2 damit die Laufzeit der Spritpumpe durch den Querstron durch den Transistor nicht zu kurz wird. Wenn T1 leitet, fällt eine Spannung an R3 ab, der Transistor T2 schaltet und das Relais zieht an.
D1 dient der Schaltung als Verpolungsschutz, der Elko würde sonst explodieren, D2 dient wieder zum kurzschließen der Induktionsspannung des Relais, um die Schaltung nicht zu belasten. R4 entlädt den Elko, wenn die Zündung abgeschaltet ist, damit das Relais wieder anziehen kann.
Achtung: die Benzinpumpen für Vergasermotoren sind reine Förderpumpen und bauen kaum Druck auf. Aus dem Grund ist die Stromaufnahme sehr gering (2A Absicherung in der Schaltung). Die heutzutage gägigeren Benzinpumpen können mehrere bar Druck aufbauen und sind für Vergaser ungeeignet.
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