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Hofmann Geodyna Reifenwuchtmaschine

Nachdem ich mich schon immer mal mit der Wuchttechnik befassen wollte und für scheibenförmige Teile eine statische Wuchtvorrichtung gebaut hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt und eine defekte Hofmann Geodyna 45m von 1984 für 80 Euro gekauft. Alleine die Mechanik ist so schön aufgebaut, dass dies als Basis für eine Eigenentwicklung dienen kann. Aber vielleicht ist die Elektronik ja noch zu retten.

Es handelt sich um das Model Geo 45/85
Seriennummer 1084-8041
Part Nr. 6781 463

Die Maschine wurde noch von der Firma Hofmann Werkstatt Technik gebaut, scheinbar wurde diese auch inzwischen verkauft und in einen Konzern eingebunden. Da muß man davon ausgehen, dass aktuelle Produkte auch nur noch auf Gewinnmaximierung optimiert sind, wie inzwischen nahezu alle deutschen Produkte. Die Tatsachen, dass ich gehört habe, dass für die alten Maschinen keine werksseitige Unterstützung wie Unterlagen oder Ersatzteile erhätlich sind, bekräftigt das. In der aktuellen Situation sollte eigentlich jedem klar sein, dass Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung Priorität vor jeder individuellen Raffgier hat, da diese inzwischen unser aller Lebensgrundlage zerstört.


Bestandaufnahme/Mechanik

Zurück zur Technik, die Maschine hat "nur" das Problem, dass kein Messwert ausgegeben wird. Der Messvorgang wird normal gestartet, die Welle dreht, Drehzahlerkennung und Nullpunkt der Welle funktioniert, wenn auch die Felgenbreitenerkennung abgebaut wurde. Das ist damals aber mit einem Poti über Ritzel von der Zahnstange angetrieben umgesetzt worden und kann bei erfolgreicher Reparatur der Originalelektronik leicht selber nachgerüstet werden.


Das 10k Poti wird in den schwarzen Halter geschraubt und mit einem Flachbandkabel an St9 gesteckt. Die Verzahnung ist Modul 1,5, das Zahnrad sollte 40 Zähne haben und damit einen Durchmesser von 63mm. Bei einem Verfahrweg von 170mm hägt dies vom Drehwinkel des Potis ab. Das 63mm Ritzel ist für 310 Grad Umdrehungen am Poti Ok. Hier passt z.B. ein Piher T-21AHM0607103A fü 3,50 Euro perfekt. Noch schnell einen Modulfräser rausgekramt und bevor ich eine monatelange Bestellung für ein 14 Euro Zahnrad heraussuche, fräse ich es lieber selber. Meine Arbeitszeit kostet mich ja nichts und aus Tagen werden Stunden, bis ich den Abstandssensor testen kann.

Elektronik

Nachdem ich eine Service Tastatur gebaut habe und mit den Kontrollcodes alle Eingänge gemessen hatte, musste ich feststellen, das wohl der Vorbesitzer vom Service verarscht wurde. Alles funktioniert, ein Kalibriervorgang kann gestartet werden, da ich aber keine passende Anleitung habe, wird dieser abgebrochen. Aber nun werden schon Werte in den Speicher übernommen und beim Wuchten Werte ausgegeben... Das Problem ist, beim Kalibrieren ist wohl der Abstandsmesser mit dem Potentiometer, wie oben erklärt notwendig und deshalb konnte der Service Techniker die Maschine nicht mehr Kalibrieren und behauptet, eine Platine sei kaputt.

Die Batterie, die sich auf der Platine unter den Schützen befindet, ist noch OK, der Fehler kam also nicht von einem Verlust der Kalibrierdaten. Nach ein paar Jahren ist diese aber immer mal wieder leer, daher gibt es von mir auch einen Adapter, um die im PC üblichen 3V Zellen ohne Löten einsetzen zu können.

Ein genauer Blick in die Elektronik zeigt, dass alle Bedienelemente und Positions- und Breitenmessgeräte mit 5k Potis umgesetzt wurde, die Elektronik misst je nach Potistellung 0-5V und gibt einen entsprechenden Wert an den Mikroprozessor. Man findet Eproms und einen Zilog Z80A, sowie dessen passende I/O Prozessoren. Interessanterweise sind die Prozessoren heute noch lieferbar. Einen Überblick über die Prozessortechnologie bekommt man auf Wikipedia. Die Prozessoren sind ähnlich die ersten PC Prozessoren, den 8080'ern, auf denen noch CP/M lief. Die Zilog Z080 haben aber ein paar Verbesserungen.

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