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Maho MH 700C von 1984

Wie es der Zufall will bekomme ich aus unserer Zerspanung zwei defekte Maschinen, da sie durch modernere Versionen ersetzt werden sollen. Da ein Freund auf der Maho MH 700 C gelernt hatte und diese sehr gut kennt, drängte er mich sofort die zu nehmen. Auch der Meister trauerte um die solide Maschine. Unsere Ausführung ist mit einem CNC Teilapparat ausgestattet. Der erste Defekt, der Pufferakku ist leer/defekt (1V) und damit alle Maschinenparameter gelöscht. So kann die nicht laufen. Daher erst mal einen neuen Akku für 23 Euro bestellen. Da ich auch keine vollständige Liste mit den Maschinenparametern gefunden hatte und den Listen im Internet nicht traue, nahm ich den Lochstreifen aus dem Schaltschrank und lese mich in die Auswertung ein. Natürlich bekommt man für 200 oder 400 Euro auf Ebay alte Geräte, deren Mikroprozessoren die nächsten Minuten ebenfalls das Zeitliche segnen können. Oder man bastelt sich lieber mit modernsten Mikroprozessoeren auf Arduino Basis selber etwas. Die Leute, die eine CNC Maschine reparieren, können auch einen Kartenleser bauen. Eine schöne Bauanleitung incl. Programmcode hat mein Namenskollege hier auf seine Seite gestellt:

e-basteln von Jürgen Müller

Die Mahos aus den 80'er verwendeten Philips Steuerungen. Genauer befasst sich damit z.B. auf Youtube FloRian, der auch die Maho24.at Webseite, bzw. Forum ins Leben gerufen hat. Leider hat wie bei Grundig bei den Deckel Steuerungen Philips den Geist im CNC Bereich aufgegeben, denn das Konzept der CNC wird heute noch verwendet. Übrigens hatte Philips 1984 schon Anteile der Grundig Elektronik gekauft. Meines Wissens ist die Philips CNC Technik in Heidenhain aufgegangen. Mit dem zukunftsträchtigen Philips Konzept hat dann Heidenhain die Weiterentwicklung überlebt.

Mechanisch ist die 1984'er MH700 gigantisch, sehr massive, aufgeschraubte und gehärtete Führungen in der X und Y-Achse. Bei meiner Maschine waren die Führungen nur geschliffen, die Schwalbenschwanzführung der "Z" Achse (horizontal bei Maho) war geschabt.
Der Spindelmotor ist bei der "C" Maschine ein 5kW Servo-Spindelmotor mit externer Erregerspule, also kein Dauermagnet. Dafür ist eine spezielle Indramat Ansteuerung eingebaut (die auch in Bosch Antriebstechnik aufgegangen sind).
Die Maßstäbe sind von Philips und alle Geäuseteile sind mit Blech verkleidet. Es gibt also nur wenige Kunststoffverkleidungen, die brechen, vor allem, wenn die Leute die Befestigungsschrauben zu fest anziehen. Die ganze Elektronik ist rückseitig im Schaltschrank fest an der Maschine angeflanscht und Signal- und Steuerleitungen sind darin räumlich voneinander getrennt verlegt.
Da darf man sich nichts vormachen, eine ca. 30000h Maschine hat Verschleiss die Kugelumlaufspindeln haben bereits die Vorspannung verloren. Prüfen kann man das, indem man die Riemenabdeckung abnimmt und am Riemenrad leicht links- und rechtsdreht. Ev. mit einer Messuhr am Tisch. Wie bei der Deckel reicht aber meist das Auswechseln der Kugeln.
Wie man sieht, ist ein komplettes Zerlegen der Abdeckungen und gründliches Reinigen nach 40 Jahren ein Muss für eine Inbetriebnehme. Damit werden auch alle Ablaufkanäle frei und die Maschine tropft nicht mehr an allen Enden und Ecken.
Durch Külschmiermittel werden aber einige Teile bereits verrostet sein, ein Strahlen/Schleifen und neu Lackieren wird nicht ausbleiben, zumal viel Zinkphosphat Farbe verwendet wurde, die einen schlechten Korrosionsschutz und eine schlechte Haftung auf dem Blech im Gegensatz zu anderen und teureren Farbsystemen hat. Hier verweise ich auf meine Erfahrung bei der Deckel oder bei meinen KFZ Restaurationen, die im Allgäu im Alltag mit Wintereinsatz gesammelt wurden.

Die Glasmaßstäbe sind große offene Rechteckprofile und der Lesekopf läft mit 14,5mm Abstand dran vorbei. Es ist eine Optik am Lesekopf, den man gelegentlich reinigen muss, weil das Messystem vom Prinzip offen ist. Die Dichtlippen sind an der Verkleidung befestigt, außer bei der X-Achse, da sind eigene Halter für die Dichtprofile unter der VA Abdeckung, die meist aus anderem Material sind (beige) und komplett zerbröselt.


Hier der aktuelle Stand mit dem MH600 Dreh- Kipptisch, TFT Bildschirm und Handrad. Die Steuerung ist als Anzeige für den Drehwinkelgeber parametriert. Aller Verkleidungsteile sind nun schon lackiert und ein paar RAL 6000 Akzente, wie in den späten 80'ern.

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