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Bremsanlage

Es gab grob 3 verschiedene Varianten bei den K11 Micras wahlweise zu Beginn mit Lucas ABS, ab Facelift serienmäßig mit Bosch ABS. Zu Beginn wurde das ABS nur mit Scheibenbremsen an der Hinterachse angeboten. Ab dem Facelift wurden auch Trommelbremsen mit ABS üblich.
Der Hauptbremszylinder ist ein Tandemzylinder, die ABS Version hatte einen Zylinderdurchmesser von 20,65mm und beim nicht ABS 19,05mm. Der Bremskraftverstärcker der ABS Version ist der Lucas LCS50, der nicht ABS Version LCS38. Außerdem haben die Nicht ABS Hauptbremszylinder 4 Ausgäge, bei ABS nur 2, aber die Bremskreise sind immer diagonal aufgeteilt.

  • 12mm (10mm min.) Bremsscheibe mit 237mm Durchmesser VA und 180mm Trommelbremse HA, 48mm Kolbendurchmesser am vorderen Bremssattel, 15,9mm am Radbremszylinder der Hinterachse
  • 12mm (10mm min.) Bremsscheibe mit 237mm Durchmesser und 7mm (6mm min.) Bremsscheibe mit 240mm Durchmesser an der Hinterachse, 48mm Kolbendruchmesser am vorderen Bremssattel und 30,16mm am hinteren Bremssattel.
  • 18mm (16mm min.) belüftete Bremsscheibe mit 238mm Durchmesser und 180mm Trommelbremse mit 15,9mm Kolbendurchmesser ab Facelift
  • Verglichen mit anderen Fahrzeugen hat der Hauptbremszylinder und die Bremsanlage im neuwertigen Zustand eine extrem gute Ansprache und Druckpunkt Feedback, verglichen mit Rennbremssätteln und Zylindern. Lediglich die Gummischläuche der Bremssättel müssen gegen Stahlflex Leitungen gewechselt werden, die es preiswert und inzwischen mit ABE gibt.

    Die Vor-Facelift Fahrzeuge haben alle einen Bremskraftregler an der Hinterachse, der den Bremsdruck abhängig vom Beladungszustand korrigiert. Die nicht ABS Fahrzeuge haben aber alle eine sehr geringe Hinterachs Bremswirkung.

    Handbremse: diese ist leichtgängig und kann so eingestellt werden, dass sie mit ca. 5 Rasten vollständig blockiert. Ist dies nicht der Fall und die Bremssättel dicht, sind die relativ preiswerten Handbremsseite defekt und verrostet. Sobald also die Handbremse nicht mehr gut zieht oder schlecht löst, sofort die Züge welchseln.

    Negativ ist ab Serie eine zu kurze Bemessung der Bremsleitungen. Bei einer Reparatur der hinteren Bremsen ist mir aufgefallen, dass das Verbindungsstück von Bremsschlauch zu Sattel serienmäßig eine so starke Biegung hat, dass der Querschnitt deutlich verringert wurde. Aus dem Grund habe ich gleich Standardware aus dem Ersatzteilbedarf geholt und an einer Dose ein ordentlich rundes "S" gebogen. Hier lohnt auch nicht zu zögern, die ca. 15 cm lange Leitung mit M10x1 Gewinde kostet 1,20 Euro!!!

    Wartung

    Grundsätzlich sollte man die Finger von der Bremsanlage lassen, wenn man nicht bereit ist, das Basiswerkzeug dafür zu beschaffen. Das sind die hydraulik-Ringschlüssel (mit einer kleinen Öffnung für die Leitung, siehe Abbildung links, als 6 Kant oder 12 Kant erhältlich), kleinere Drehmomentschüssel für die Bremssättel und Druckentlüfter Werkzeuge. Wie oft habe ich neu eingebaute Entlüftungsschrauben in der Werkstatt gehabt, die kaum zu entüften waren, weil Bohrung aufgrund &ul;bertriebenem Anzugsmoment komplett zwequetscht waren. Es gibt sogar KFZ Werkstätten, die mangels korrektem Werkzeug Hauptbremszylinder zerstört haben. Mit einem Druckentlüfter ist es auch ein Leichtes, alleine sorgfältig die komplette Bremsanlage zu spülen und zu Entlüften.

    Nicht zu vernachlässigen ist die Pflege der Bremsanlage. Hier ist mein 2005 überholter Bremssattel rechts vorne zu sehen. Dieser hat heute noch den ersten Kolben, O-Ring und Staubmanschette, da ich die Bremszangen schon mal gereinigt und mit Bremssattelfett geschmiert hatte. Wiederholt man dies alle 4 Jahre, wird eine Bremse ewig halten. 2007 wurden die komplett überholten Bremssättel aus dem Unfall Micra (verzinkt und mit 2K Lack versiegelt) montiert. Die grünen Bremssättel sind ein Versuch, bei dem ich 4 Stück gleichzeitig gestrahlt und lackiert habe. Einen Satz mit 1K Branto Korrux Farblackspray, den linke Sattel wurde mit den üblichen Acryllacken mit Grundierung und Farblack lackiert. Beide Sättel wurden ein Jahr im Allgäu eingesetzt. Besser ist aber noch Brantho Korrux 2K oder Dickschicht Lack.
    Da bei meinem Micra nun Alufelgen montiert werden, wurde hier alles rot lackiert. Die abgebildete Bremsscheibe hat übrigens schon 1 Jahr und 22' km Laufleistung (Winter) hinter sich.

    Da ich einen verunfallten Micra 1.3 "Super S" als Schlachtfahrzeug zur Verfügung, sowie zwischenzeitlich eine komplette Scheibenbrems Hinterachse geschenkt bekommen habe, sind nun zwei Hinterachsen mit Scheibenbremsen auf Vorrat. Diese kombiniere ich mit der Almera N15 Bremsanlage auf der Vorderachse mit 54mm Kolbendurchmesser und 252x20mm innenbelüfteten Scheiben. Die Scheiben kosten ca. 33 Euro pro Stück (TRW DF4254, kann ich nur empfehlen, selbst nach einer Regenfahrt in die Garage war nach einer Woche Standzeit kein Rostfleck an der Scheibe!) und die Beläge 31 Euro pro Satz. Der etwas höhere Preis kommt von der geringen Stückzahl.

    Wieder mit den besten Langzeiterfahrungen verwende ich die ATE Bremsbeläge 13.0460-5717.2 für die Almera Bremse und ATE 13.0460-5956.2 für die massive Micra Bremse. Bei den Bremsbacken haben wir beim ABS Modell mit den ATE 03.0137-0275.2 Bremsbacken sensationelle Bremskräfte ermittelt.

    Ein permanentes Problem, wenn man seine Bremsanlage in der Werkstatt zum Service gibt, ist häufig das Auftreten von Geräuschen, also Quietschen, wenn man auf die Bremse tritt. Auch wegen einer Garantiereparatur an meinem Micra hatte ich das zu bemängeln. Woher kommt das? Im Bild ist eine Vorderradbremse zu sehen, der Bremssattel liegt vor der Achse, beim Bremsen würde sich dieser Bremssattel im Uhrzeigersinn drehen wird aber von den Gleitstiften gehalten, die eine Bewegung vom Bremssattel auf dem Bremsbelaghalter erlauben. Der untere Stift (Pfeil) hat bei allen so aufgebauten Bremsen eine Gummihülse als Schwingungsdämpfer. An einem Toyota wurde diese vergessen, dieser quietschte elendig, an meinem Micra wurde diese oben montiert, das Quietschen war leicht vorhanden. Also alles sauber reinigen, mit Bremssattelfett (z.B. ATE 03.9902-0510.2) schmieren und gegen das Eindringen von Feuchtigkeit schützen. Damit ist dann wieder Ruhe!

    Tipp

    "Ich würde die Bremsanlage ja öfter warten, wenn die Montage der Staubschutzmanschette nicht so eine Fummelei wäre...!" Das ist verständlich, darum hier ein Montagetipp, der hilft aber vermutlich nur Leuten, die sich schon mal mit einer Bremszange auseinander gesetzt haben ;-):

    • Den Bremssattel reinigen, Rost entfernen und mit Druckluft ausblasen.
    • Den O-Ring reinigen und vorher in der Nut Bremssattelfett auftragen und montieren.
    • Die Staubschutzmanschette mit Plastitube (!) in der Nut montieren. Von innen gut andrücken und alles von innen mit Bremssattelfett einreiben.
    • Den Bremskolben mit Plastilube in der Nut für die Staubschutzmanschette versehen und leicht mit Bremssattelfett einreiben.
    • Den Bremskolben einsetzen und mit den Fingernägeln die Manschette hochziehen. Durch das Bremssattelfett gleitet diese leicht an dem Kolben hoch. Natürlich muss die Manschette noch elastisch genug sein, denn diese gleitet erst über den Kolben, wenn man sie anständig in die Länge zieht.
    • Der Kolben kann nun leicht mit den Daumen in den Bremssattel gedrückt werden, wenn alles mechanisch in Ordnung ist.
    So ist die Montage eine Sache von 10 Minuten!

    Interessanter Link:
    Ferodo Racing

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