Vergleich echter Radln

Die Wahrheit kommt zum Schluss, hier echte Räder und Abfahrtsmassen mit Pedal, Tacho und Flaschenhalter :-) Keine Prospektangaben.

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Praktische Erfahrung, Tipps zum Sattelkauf

Laut Statistik haben 80% aller Fahrradfahrer (nicht Fahrradkäufer) Sitzbeschwerden. Ich selber fahre seit 1988 Rennrad und seit 1999 MTB. Und durch zunehmende Sattelstunden und Alter werde ich druckempfindlicher. Und wieder muss ich vor den Ratschlägen der Verkäufer warnen, die natürlich im eigenen Interesse nie das empfehlen werden, was sofort zu einem guten Zusammenspiel von Fahrer und Sattel führt. Die Statistik gibt meiner Warnung recht, denn sonst hätten 80% keine Sitzbeschwerden...

  • Verkäufer raten eher zu breiteren Sätteln (auch nach Vermessen z.B. nach SQLab oder Bontrager Methode), dies isoliert betrachtet kann zum Reiben innen an den Beinen führen. Der Sitzknochenabstand hat nichts mit dem Platz für die Sattelbreite zu tun. Das muß man selber herausfinden.
  • Verkäufer raten zu harten Sätteln. Ein völliger Unsinn, mal abgesehen davon, dass Sportfahrer mit bei hohen Trittfrequenzen wippenden Polstersätteln nicht zurechtkommen werden. Aber einen straff gepolsterten Sattel kann man nur fahren, wenn man das Glück hat, dass die Sitzfläche des Fahrers nahezu die gleiche Abformung eines Sattels ist und somit der Druck gleichmäßig verteilt wird. Ist die nicht der Fall, erzeugt ein hart gepolsterter Sattel richtig fiese Druckstellen und ein langes Radeln wird zur Qual.
  • Nach drei Jahren Problemen mit Reibstellen und nach Touren über 1h Entzündungen, hat mir ein Freund seinen 30 Euro Billig-Schmal-Weichsattel montiert. Ich habe beschwerdefrei mit noch Wunden auf der Sitzfläche 100km absolviert. Mit diesem Sattel ins "Fachgeschäft" gegangen und gesagt, "will ich auch genau das Gleiche", wurde ich belehrt, daß dies ein schlechtes Gelumpe sei, man wollte mir wieder 20mm zu breite 150 oder 400 Euro teure Sättel verkaufen, weil ich ein "Problemfall" sei...
  • Also kaufen Sie nur Sättel, wenn Ihnen mehrere Modelle zum Test angeboten werden und Sie diese mehrere Tage testen können. Gute Fachgeschäfte nehmen auch neue Sättel nach einem Test zurück (wenn diese nicht beschädigt werden). Dies habe ich immer nur dann erlebt, wenn ich das Glück hatte, vom Inhaber bedient zu werden.
  • Lassen sie sich nichts erzählen, folgen Sie ihrem Gefühl. Verkäufer hoffen, dass es Ihnen peinlich ist, einen schlechten Sattel zurückzugeben und Sie weitere kaufen!
  • Auch routinierte Fahrer müssen über eine Stunde auf einem Sattel sitzen, bevor sie Druckstellen spüren. Je mehr Sattelstunden man in de Saison gesammelt hat, um so länger muss der Test auch dauern, da das "Sitzfleisch" dann auch mehr aushält. In dem Fall mit einer Hose ohne Polster testen!
  • Hat man eine "nicht Norm Sitzfläche", wie eben 80% aller Radfahrer, braucht man einen stärker gepolsterten Sattel, oder einen weicher gepolsterten, damit die herausstehenden Bereiche nicht zu viel Druck abbekommen.
  • Auf einem passenden Sattel rutscht man nicht, darum reibt der auch nicht, wenn er ein weiches Polster hat.