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Fahrwerk

Die ersten verschleissbedingten Ausfälle sind 2002 der linke vordere Stoßdämpfer, was ich zum Anlass nahm rundherum Sachs Advantage Stoßdämpfer einzubauen. Bei diesen handelt es sich um einfache Zweirohr Gasdruckstoßdämpfer. Diese sind relativ preiswert, allerdings ist der Korrosionsschutz katastrophal. Nach 4 Monaten waren diese Dämpfer rostiger, als die 20 Jahre alten murena Exemplare. Jedoch scheint der Stahl relativ hochwertig zu sein und darum haben diese bis 2020 gehalten und waren dann ebenfalls mechanisch verschlissen. Das Fahrverhalten war hervorragend, zumindest 300000 km, wobei im Vergleich zu anderen Fabrikaten die Hinterachse spürbar weicher ist, was mir immer etwas komisch vorkam.
Beim Micra meines Vaters wurden die Bilstein B4 eingebaut, diese sind allerdings deutlich härter, als die Sachs. Um nicht zu sagen unkomfortabel. Ich habe einige Kurven auf meiner Hausstrecke, wo so harte Dämpfer für ein Abheben des Wagens sorgen, da ist die Traktion mit einem Ticken weichere Dämpfer besser!
Auf mein grünes Monster kommen 2020 KYB Gasdruckdämpfer Excel G, ein japanischer Hersteller. Alle Staubschutzbälge an den Dämpfern sind auch gerissen. Ersatz gibt es nicht mehr. Nur vom japanischen Lieferanten KYB gibt es Ersatzmanschetten für die Vorderachse. Diese passen auch auf die Hinterachse, die angerosteten Halter bereite ich trotzdem auf, diese sind die Adapterbleche, damit die Dämpferkolbenstange nicht am Karosserieblech arbeitet. Vielleicht fertige ich auch eine VA Scheibe, mache ich spontan...



Oben die Originalkonfiguration, mit PU Endanschlag. Der Endanschlag ist in den KYB Manschetten integriert.


Die erlahmenden Hinterachsfedern habe ich zum Anlass genommen einen AP Tieferlegungssatz "AP K11" (30/40mm) einzubauen, was nun endlich wieder ein straffes, aber nicht unangenehmes Fahrverhalten ergibt. Im Gegenteil, beim Beschleunigen ist kein Nicken mehr festzustellen und Im Grenzbereich ergibt sich nicht zuletzt wegen dem größeren negativen Sturz der Vorderräder ein völlig anderes Fahrverhalten gegenüber dem Serienfahrwerk: der Wagen übersteuert leicht! Durch die relativ direkte Lenkung ist eine Korrektur aber leicht möglich, ohne großartig die Spur zu verlassen. Ich fahre häufig aktuelle VW's/BMW's aus unserem Firmenwagenpool, an die leichtfüßigkeit und Wendigkeit des Micras kommen diese auf der gleichen Strecke aber nicht hin.
Die Keilförmige Tieferlegung hat aber an der Vorderachse zur Folge, dass der Wagen auf dem Endanschlag aufsteht. Darum wird 2012 ein gebrauchter H&R Satz mit 30mm Tieferlegung rundumeingebaut, was ein hervorragender Kompromiss ist. Leider war der Besitzer &uum;bereifrig und hat einen Gartenschlauch auf die unteren Windungen gezogen. Im Inneren war es ständig feucht und 2018 krachte die Feder dann komplett durch. Die Pulverbeschichtung kann man auch getrost vergessen, ohnehin keine Grundierung, sondern nur Effektlack, was zwischen den Windungen im ersten Winter für Rost und Abblättern sorgte.


Durch die schlechten Strassen, die in den 90'ern bis 2010'ern deutschlandweit das Niveau der ehemaligen DDR erreicht haben, leidete damals auch die Stabilität der Karosserie. Der Vorderwagen federte in sich bei Unebenheiten, durch die neuen Stoßdämpfer wirkte sich dies noch stärker aus. Aus dem Grund habe ich mir eine Domstrebe (OMP Nr. 011412 für ca. 65 Euro eingebaut. Diese Aussteifungen der Karosserie sind übrigens eintragungsfrei! Erstaunlich die Wirkung, wie stabil nun der Vorderwagen ist. Man merkt nur noch die Verwindung der Karosserie im Türbereich, aber der Vorderwagen ist nun sehr steif und ruhig, kein Zappeln mehr.


Das Servo Lenkgetriebe hat 43mm Bewegung bei einer Umdrehung. Schaut man sich die Rennlenkgetriebe an, so haben diese pro Umdrehung 43/49/55mm...
Bei mir wird allerdings die Servopumpe ausgebaut und die Lenkung trotz 195'er ohne Servo genutzt. Das Feedback der Straße ist noch besser und feinfühliger, die nächste Steigerung wäre Hinterradantrieb.


2006 sind wieder zwei Sätze Reifen nötig (Sommer/Winter), aus Kostengründen sind aber nun 195/50 VR15 drauf, die sind billiger, als die Originalgröße und diese gängige Größe bringt eine breitere Auswahl an Reifen. 2019 habe ich auf Michelin Pilot Sport 3 gewechselt, nachdem Toyo in China fertigt und die Reifen deutlich schlechter geworden sind.
Entsprechend dem größeren Abrollumfang muss der Tacho angepasst werden. Dazu habe ich mir einen mechanischen Tacho aus baujahrgleichem Nissan Almera/100NX Tacho gekauft (Ebay), der die korrekte Übersetzung hat. Eine neue Tachoscheibe, passend für das Micra Armaturenbrett ist auch gemacht und schon kann man mit dem Tachoprüfprotokoll zum TÜV fahren. Um hier ein Modewort "Customizing" zu gebrauchen, im Ziffernblatt des Tachos sind nun übrigens meine Initialen zu sehen ;-).

Noch die verkratzten Alufelgen des Golf herrichten und die neuen Winterreifen montiert. Mit Motip Lacken habe ich übrigens ausser den paar Staubeinschlüssen aus der Garage das gleiche Oberflächenergebniss erzielen können, wie der Lackierer, was mir zuvor mit Auto-K Lacken aufgrund der schlechten Sprühdosen- und Lackqualität nicht gelungen ist. Das Ergebnis, siehe links... So macht das Basteln Spass. Erstaunlich auch die hervorragende Dispersion der Metallicpartikel, kaum zu glauben, dass dies aus einer Sprühdose kommt! Wobei zu sagen ist, dass alle Sprühdosenlackierungen nach ein paar Jahren verwittern. Eine nette Erfahrung, die ich nicht mehr wiederhole. Seit 2020 wird bei mir nur noch mit Lackierpistole gearbeitet.

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