Die Frontscheibe

Ein Thema das sicher jedem bekannt ist, auch wenn scheinbar der wahre Grund noch nicht publik gemacht wurde:

Die Frontscheibe ist fast immer locker und zwar an der Unterseite. Man erklärt das in der Regel so, daß Matra nicht die richtigen Klebstoffe verwendet hatte und diese an der Zinkschicht nicht hafteten. Komischerweise fallen die Scheiben nach einer bestimmten Zeit nicht vollständig aus dem Rahmen, das kann es also nicht sein! Im Gegenteil, wenn man die Scheibe herauszunehmen versucht, wird man feststellen, daß diese am Dach und den A-Säulen sogar extrem gut hält. Klar gibt es auch Fahrzeuge, bei denen ab Werk nicht sauber gearbeitet wurde und diese sich an anderen Stellen lösten, was aber nicht die Regel war. Was ist also der Grund für die fast 100% lockeren Scheibenverklebungen?

Betrachten wir zuerst die undichte Stelle (Bild links), durch die bei Regen dann auch noch das Wasser unter dem Armaturenbrett in den Fußraum läuft. Man meint dann, daß es bei der A-Säule hereintröpfelt, da sich das Wasser links und rechts auf den Boden sammelt. Baut man bei so einem Fahrzeug das Armaturenbrett aus, sieht man am Scheibenrahmen durch das angegriffene Zink (rauhe, weißliche Oberfläche=Zinkoxid) aber die Quelle:
Das Wasser tritt durch den Unterdruck bei fahrendem Wagen ein, wenn sich die Scheibe am unteren Rand gelöst hat. Der Schlauchtest bringt hier nichts, das Auto scheint dicht zu sein.

Das Profil im Querschnitt zeigt den Grund deutlicher:
Die dünne Kontur schräg nach oben ist der Umriss der Frontscheibe, wie sie im Scheibenrahmen liegt. Darunter ist das Blech, in das das Fenster mit einer Raupe Klebstoff gehalten wird. Abgedeckt wird das Ganze nur durch einen Kunstsoffkeder, der eine optische Abdeckung bildet.
Was passiert hier? Feuchtigkeit kann eindringen und sammelt sich in der Rinne (Pfeil), was an und für sich kein Problem wäre. Nur die Tatsache, daß die wenigsten murenas Garagen gesehen haben und viele auch im Winter gefahren wurden sorgt dafür, daß sich hier durch die Kapillarwirkung immer Wasser ansammelt. Im Winter kommt noch hinzu, daß durch die Innenraumheizung diese Stelle durchaus warm wird und der Schnee schmiltz und eindringen kann. Steht der Wagen wieder im Kalten, sprengen die Eiskristalle so langsam alles ab. Ensteht ein Spalt, so kriecht das Wasser noch besser hinein und hebelt die Scheibe immer mehr aus.
Durch diesen Spalt kommt es auch nach einiger Zeit zur Korrosion, was durch Salzeinwirkung noch verstärkt wird.

Wie kann man die Undichtigkeit prüfen? Fenster oder Türe öffnen und mit einem Arm die Scheibe vom Armaturenbrett wegdrücken (z.B. durch das Ballen der Hand zu einer Faust). Mit der anderen Hand fühlt man die Bewegung gegenüber dem Scheibenrahmen.

Abhilfe

Bitte kein Silikon!!! Es gibt drei Möglichkeiten zur Abhilfe, abgsehen davon, daß man den Wagen nie bei Regen oder feuchten Wetter fährt und immer warm und trocken lagert:

  1. Die perfekte Lösung wäre der Umbau des Scheibenrahmens, wie es bei heutigen Fahrzeugen der Fall ist. Das setzt aber Fähigkeiten im Umgang mit Blech voraus. Nehmen Sie an Ihrem Alltagsfahrzeug mal die Kunststoffabdeckung über den Scheibenwischen ab, dann sehen Sie, was ich meine. In der Industrie lernt man nähmlich auch aus Fehlern Anderer!
  2. Soll der Rahmen in absehbarer Zeit ohnehin verschrottet werden? Dann besorgen Sie sich im KFZ Zubehör Karosseriedichtmasse. Diese gibt es in schwarz und weiss und ist überlackierbar. Damit kann man den Restspalt komplett ausfüllen, wenn der Keder um die Scheibe abgenommen wird. Der murena Rahmen ist so stabil, daß selbst mit lockerer Frontscheibe keine merkliche Verwindung auftritt.
  3. Eine Lösung, wie sie Andreas Müller-Fehlau in Frankfurt (mit einem der schönsten murenas) gemacht hat ist folgende. Die Scheibe wurde komplett neu eingeklebt und der Spalt statt mit dem Keder bis über das Dach mit Scheibenkleber aufgefüllt. So kann keine Feuchtigkeit mehr eindringen. Zum Auffüllen des Spaltes nach dem Einkleben kann auch die Karosseriedichtmasse verwendet werden, was die Demontage erleichtert, die hoffentlich nie mehr nötig ist.